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Heinkel 102A1
Heinkel 103A2
Heinkel 102A1

Hier entsteht ein Restaurationstagebuch zu dem Heinkel Typ 102A .

In diesem Zustand kam der Roller zu mir. Weitere Fotos hier

Technische Daten
Motor Luftgekühlter Einzylinder-Viertakt-Motor
Bohrung / Hub 60,0 / 61,5 mm
Ventilsteuerung ohv über Nockenwelle, Schlepphebel, lange Stößel, Kipphebel
Hubraum 174 cm³
PS bei U/min 9,2 / 5500
Zündung Batterie Zündanlage "Siba"
Vergaser "Pallas" 20/11P mit Drahtgelfecht-Luftfilter
Starter Dynastarter kombiniert mit Lichtmaschine 12 V - 90W
Getriebe Dreigang-Klauengetriebe
Handschaltung
1. Gang 14,3 : 1
2. Gang 8,1 : 1
3. Gang 5,1 : 1
Antrieb geschlossene Ölbad-Schwinge
Fahrwerk Stahlrohrrahmen, Teleskopgabel vorn, einseitige Schwinge hinten
Reifen 4.00 x 8"
Radstand 1330 mm
Länge 1980 mm
Breite 710 mm
Höhe 980 mm
Gewicht 133 kg
zul. Gesamtgewicht 285 kg
Verbrauch / 100km knapp 3 l bei 70 km/h
Höchstgeschwindigkeit 92 km/h
Preis 1790,- DM
Bauzeit 07.54 bis 08.55
Produktionszahl ca. 17500
Fahrgestellnr. ab 120 001
Motornummer ab 410 001
 

Tagebuch

Datum

Was ist passiert

 20.09.10 Roller abgeholt. Laut Besitzer ist der Roller so um 1985 zuletzt gelaufen.
 21.09.10 Erste Demontage. Der Roller wurde mit allen Mitteln am Leben gehalten. Die Fronthaube weist Unfallschäden auf und stammt vom Nachfolgemodell. Mehrere Lackschichten, zum Teil mit dem Pinsel aufgetragen, zieren den Roller. Unfallspuren auch am Deckel der Schwinge und am Trittbrett. Aber zum Glück nichts herausgebrochen.
 24.09.10

Motordemontage und Motor zerlegt. Zylinderkopf stammt vom 103er Modell. Die Kipphebelachse ist mit Klemmschrauben befestigt und nicht durch den Ventildeckel gehalten. Der Zylinder hat das 2. Übermaß mit 61 mm und sieht noch gut aus. Auch der Kolben hat kaum Riefen. Kann so wieder montiert werden. Kolbenbuchse ist verdreht, die Ölbohrungen sind 180 Grad verdreht!

Zylinderkopf ist verbraucht. Einlassventil eingeschlagen, Auslassventil und Ventilsitz völlig verkokt.

  Alle Bowdenzüge sind ein Fall für die Tonne. Sie werden mittels Saitenschneider "demontiert". Der Rohrlenker ist verbogen und verrostet, also reif für die Tonne.
 25.09.10 Motor wird weiter zerlegt. Innen total verschlammt, Ritzel Primärtrieb und Antriebsritzel sind ok, können wieder verwendet werden. Ebenso die Primärkette.
 29.09.10 Motorlager und Simmerringe  werden demontiert. Lager und Ringe sollen ersetzt werden. Ebenso Kolbenbolzen und Buchse.
  Die erste Teilebestellung vom Club trifft ein. Teile für über 500 Euro !! Zum größten Teil alles ok, Kolbenringe für einen 62er Kolben und vergammelte Kontakte trüben das Bild.
  Im Tank war noch altes Benzin, Hmmm was für ein Geruch! Der eignet sich hervorragend, um den Ölschlamm aus dem Motorgehäuse zu waschen. Die äußerlichen Verkrustungen werden mittels Drahtbürste und Akkuschrauber entfernt. 
 

Das Restaurationsziel wird definiert:

Farbe wie auf der Innenseite alles Blechteile, also ein dunkles blau, was es für den Typ offiziell nicht gab. Griffe, Sitzbank und Keder in grau.

Rahmen und Luftleitbleche sowie Tank in Originalfarbe.

Die Restauration wird keine "Besser als Neu"-Geschichte. Patina darf erhalten bleiben. Technisch muss alles überholt werden und funktionsfähig sein. Aber kein Chrom wo kein Chrom war, keine Zubehörteile, die es damals zum Nachrüsten gab, keine Blinker,  einen Spiegel im linken Griff, keine VA-Motorbleche, keine polierten Alu-Teile, keine Wimpelstange mit Fuchsschwanz ;-)

  Es geht an den Zusammenbau des Motors (siehe hierzu auch die Schraubertips, klick hier)
  Der Dynastarter wird zerlegt. Alles gesäubert und ausgepustet. Wichtig beim Zusammenbau des Schwungrades ist der Papierstreifen, der die Windungen isoliert.
 24.10.10 Töchterchen hilft mit, wo es geht, hier beim Herauspuhlen der Dichtmasse im Werkzeugfach oder beim Abziehen der Sitzbank, klick hier
  Motor wird mit überholtem Zylinderkopf von Gerhard komplettiert. Dann versuche ich, die Gänge durchzuschalten. 1. Gang = ok, Leerlauf = ok, 2. Gang = ok, 3. Gang = ok, 4. Gang?? Verdammt, wo ist der 4. Gang. Hab ich einen Fehler beim Zusammenbau gemacht? Gerade als ich den Motor wieder zerlegen will, fällt mir ein, dass der Motor im Gegensatz zum 103er Motor, nur 3 Gänge hat...
  Jetzt soll der Dynastarter getestet werden. Masse ans Motorgehäuse, +12V an das dickste der drei Kabel. Klasse, läuft! Die ersten Töne des alten Motors seit Jahrzehnten. Dafür gibt es erst einmal ein Bier für mich und für den Roller einen Schluck Öl ;-)
 23.12.10

Die überzähligen Löcher im Blechkleid werden zugeschweißt. An der Fronthaube von den falschen Emblemen, am Beischild von den Blinkern und am Kofferkasten von der Blinkerplatte. Hier hatten sich auch schon Vibrationsrisse gezeigt. 

Um 16.00 Uhr kommt der Lackiermeister und holt die Blechteile ab. Ende Januar soll alles fertig sein.

 2011 Der Winter war kalt, es ruhte die Schrauberei.
 16.03.11

Der Lackierer hat sich gemeldet. Die Teile konnten nicht komplett entlaugt werden, sondern mussten zum größten Teil gestrahlt werden. Die Kleinteile sind gestrahlt, grundiert und gefüllert. Die großen Blechteile sind beim Strahlen.

Die Fertigstellung wird sich bis April verzögern.

 Ostern Der Rahmen wird entrostet. Hierbei fällt auf, dass die Schweißungen zwar ordentlich ausgeführt wurden, die ganzen Spritzer aber nicht entfernt wurden. Eine Drahtbürste im Akku-Schrauber kommt zum Einsatz. Es werden gleich beide Rahmen entrostet (auch der 103A2). Anschließend bekommt alles einen Anstrich mit FERTAN, welches den Rost umwandelt. Hier müssen 24 bis 48 Stunden abgewartet werden, bis die Grundierung und anschließende Lackierung beginnt.
 07.05.

Der Unterbrecherkontakt war zum Club zurück geschickt worden. Dieser war als gammeliges Teil in defekter Box gekommen. Ebenso waren die nicht benötigten 62er Kolbenringe und die im Tausch gelieferten Schlepphebel und Bremsbacken retouniert worden. Heute kam denn ein brauchbaren Kontakt und ein neuer Schmierfilz für den Unterbrechernocken.

 11.05. Heute kam von der Firma Fertan die Tankinnenbeschichtung. Morgen wird entrostet und beschichtet. Die Menge langt für 2 Tanks locker. 
 12.05.

Der Tank wird entrostet. Zuerst gründlch spülen, dann groben Kies hinein und ordentlich schütteln. Der lose Rost wird so ganz gut entfernt. Anschließend entfette ich den Tank noch mit Nitro-Verdünnung und lass ihn gründlich auslüften.  Danach erfolgt ein Ausspülen mit Fertan, nach 24 Std. wieder wässern und die Fertan-Reste ausspülen. Nach Trocknung kann die Beschichtung erfolgen.

Der Bezinhahn hat nur noch Schrottwert, liegt aber als Neuteil, dank Heinkel-Club, bereits bereit.

Der Lackierer hat sich gemeldet. Die Verzögerung läge am Sand-Strahler. Es werden für die Fertigstellung 2 weitere Wochen in Aussicht gestellt... 

 15.05. Heute werden beide Tanks von innen beschichtet. Hierzu musste ich ene Belüftungsanlage basteln Klick 
 Oktober Bald bricht das 2. Jahr an und die Teile sind noch nicht vom Lackierer zurück....Neueste Meldungen und Fotos besagen: Alle Blechteile werden noch dieses Jahr fertig. Sein Wort in Gottes Ohr...
   

 

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