Wolfgangs Bastelbude
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Heinkel 102A1
Heinkel 103A2
Heinkel 103A2

Technische Daten

Motor

Luftgekühlter Einzylinder-Viertakt-Motor

Bohrung / Hub

60,0 / 61,5 mm

Ventilsteuerung

ohv

Hubraum

174 cm³

PS bei U/min

9,5 / 5750

Zündung

Batterie Zündanlage "Bosch"

Vergaser

"Bing" 1/20/51

Starter

Dynastarter mit Lichtmaschine 12 V - 90W

Getriebe

Viergang-Klauengetriebe
Handschaltung
1. Gang 18,5 : 1
2. Gang 10,6 : 1
3. Gang 7,1 : 1
4. Gang 5,13 : 1

Antrieb

geschlossene Ölbad-Schwinge

Fahrwerk

Stahlrohrrahmen, Teleskopgabel vorn (wahlweise Schwinge), einseitige Schwinge hinten

Reifen

4.00 x 10"

Radstand

1380 mm

Länge

2020 mm

Breite

710 mm

Höhe

1000 mm

Gewicht

148 kg

zul. Gesamtgewicht

350 kg

Verbrauch / 100km

3,0 l bei 70 km/h

Höchstgeschwindigkeit

95 km/h

Preis

1925,- DM

Bauzeit

08.60 bis 31.12.65

Produktionszahl

55000

  Mein103A-2281010-(3).jpg

 So kam das Schätzchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Tagebuch
Datum

Beschreibung

 Okt 2010 Der Roller wird von Gundolf gebracht. Es fehlen etliche Teile, sonst sieht er aber ganz gut aus. Hunderte Spinnennester finden sich in jeder Ritze.
  Motor wird ausgebaut und zerlegt. Zuerst die 1,5 l Öl ablassen. Schraube auf und Schüssel untergestellt. Nach 5 Minuten umdrehen und feststellen, dass ca. 3,5 l frisches Motoröl sich auf dem Boden der Werkstatt ausgebreitet haben. Wer kippt den Motor bloß randvoll mit Öl?
  Motor wird zerlegt. Zustand super. Nockenwellenmaß 22,87 mm also kaum Verschleiß. Zylinder im Originalmaß, Kolben, Zylinder und Ringe fast ohne Laufspuren. Perfekt! Primärkette allerdings zu lang. Hat schon Spuren im Schaltsegment hinterlassen Klick. Gegenüber dem 102A1 ist das eine echte Fehlkonstruktion.
  Die Motorteile werden mittels altem Benzin gereinigt. Dann erfolgt der Einbau der Lager (siehe hierzu auch die Schraubertips). Klick
  Winterpause aufgrund unbeheizter Garage. Und der Winter war lang....
 Ostern 2011

Inzwischen steht die Farbe fest: "Elfenbein" RAL 1014. Nicht zu verwechseln mit "hellelfenbein" der Taxi-Farbe.

Der Motor wird zusammengebaut. Hoffentlich sind alle Getrieberäder am richtigen Platz...Zur Sicherheit wird die zweite Gehäusehälfte aufgesetzt und das Getriebe durchgeschaltet. Erst als sicher ist, dass alles funktioniert trage ich die Dichtmasse auf und schraube das Gehäuse zusmmen. Beim Festziehen der Mutter vom kleinen Ritzel mit 8 kp/m, löste sich das (Links-) Gewinde aus der Mutter vollständig.

Die Primärkette hatte sich minimal gelängt. Hierbei hatte sie Rillen in die Welle des Schaltsegments gefräst Klick Zwei Ketten von Gundolf standen mir noch zur Verfügung. Die eine, auch gebraucht, war länger als meine, die andere, offenbar eine billige Nachfertigung, war auch nicht wesentlich kürzer als meine Kette. Da sie aber deutlich leichter gefertigt war, verzichtete ich auf diese Kette und schliff statt dessen etwas Material von der Welle ab, damit es nicht wieder zu einem Kontakt zwischen den Teilen kommt. Klick

Beide Rollerrahmen wurden entrostet (Drahrbürste mit Akku-Schrauber). Anschließend eine FERTAN-Behandlung. Klick Ende dieser Woche wird der Rahmen lackiert.

Der Vergaser wurde zerlegt, gesäubert, gedremelt und mit neuen Dichtungen versehen. Hierbei stellte sich heraus, dass die Beschleunigerpumpe fehlte und die Nadel des Schwimmers von einem Pallas-Vergaser ist. Klick Ebenso wurde mit Ansaug- und Auslasskrümmer verfahren.

 26.04.

Beim Club werden diverse Schrauben, Keder und ein Sitzbankbezug bestellt. 

Jetzt sollen Trittbrett und Beinschild demontiert werden. Nur die Schrauben wollen nicht. Also Dremel und abschneiden. Die beiden linken fetten Schrauben, die das Trittbrett am Rahmen halten, reißen ab. Sie sind mit dem Trittbrett wie verschweißt. Das Ausbohren, ohne dabei das Trittbrett zu beschädigen, gestaltet sich recht difizil. Mit Schmierung des Bohrers und WD 40 klappt aber auch das.

 27.04.

Der Rahmen wird abgewaschen und getrocknet. Fertan hatte eine schöne bläuliche Färbung bekommen. Jetzt wurden die alten Lackbestände durchsucht. Bei Mercedes 199, blauschwarzmetallic, bin ich hängen geblieben. Nach zwei Lagen Grundierung wurde lackiert. Sieht edel aus. klick.  Nur den Klarlack hab ich mir gespart.

Die Motorlager werden eingebaut. Hierbei hab ich glatt vergessen, wie ich sie ausgebaut hatte. Im Handbuch des 103A2 fand sich die Lösung: rechts wird von oben eingebaut, links von unten. (Das stimmt so nicht, wenn der Rahmen schon verändert ist, siehe Eintrag vom 06.05.)

Die Motorhalterungen werden ebenfalls gesäubert und lackiert. Anschließend noch das Ventileeinstellen laut Handbuch. Feierabend.

 

 28.04.

Ursprünglich wollte ich moderne Rollerreifen in der Dimension 120/90-10 aufziehen. Hierzu wurde der TÜV Nord befragt. Dieser gab sein OK für eine Eintragung. Klick  

Markenreifen mit entsprechendem Tragindex waren mir allerdings zu teuer. Also wurden dann doch 4.00-10 von Conti zu einem Stückpreis von 30 € bei Reifen.com bestellt.

Jetzt ging es ans Zerlegen der Vorderradgabel und der Bremse. Alles war arg verdreckt und oxidiert. Der Tachoantrieb funktionierte zwar, die Schraube zur Befestigung der Welle ließ sich aber nicht lösen, da der Schlitz der Schraube praktisch nicht mehr vorhanden war. Wie gut, dasss es Dremel gibt :-) Mittels eines kleinen Fräsers wurde der Schlitz ordentlich vertieft und schließlich konnte die Schraube entfernt werden.

Das Zerlegen der Gabel gestaltete sich einfach. Die beiden in die Federn geschraubten Endstücke ließen sich relativ einfach lösen. Hierzu hilft es, mit einem Holzstück einige Male gegen die Alu-Teile zu schlagen, damit sich vorhandener Dreck aus dem Gewinde löst.

Es ist schon erstaunlich, wieviel Dreck sich im Innern der Gabel befindet. Dies liegt an den oberen Schrauben, die mit jeweils zwei Bohrungen versehen sind. Hierbei wird beim Ausfedern Luft angesaugt, die unter der Blechnase nicht immer ganz sauber ist. Findige Bastler haben sich hier Nippel angebastelt und mit kleinen Luftfiltern versehen. Das ist mir allerdings zu aufwändig. Lieber wechsle ich jährlich das Öl und leg die Schrauben mit den Luftlöchern einige Zeit zur Reinigung in Nitro-Verdünnung.

Die Außenrohre wurden mittels Drahtbürste im Akku-Schrauber gereinigt. Die Alu-Stücke wurden grundiert und lackiert, die rostigen Blechrohre erhalten zunächst eine Fertan-Behandlung.

Der einzige Mini-Stoßdämpfer der Gabel wurde ebenfalls gebürstet und neu lackiert. Die beiden Gummi-Augen waren nicht porös, ich gehe davon aus, dass hier schon einmal ein Ersatz stattgefunden hat.

 01.05.

Er lebt wieder: schaut hier und hier. Es ist einfach nur schön, wenn nach viel Bastelei der Motor auf den ersten Schlüsseldruck anspringt!

Zuvor hatte ich alle für den Motor notwendigen Kabel angeschlossen, eine Autobatterie daneben gestellt und als Benzintank eine alte Getriebeöl-Flasche umfuntioniert. 1,5 l Motoröl 15W40 waren zuvor aufgefüllt worden. Um eine Überhitzung des Motors auszuschließen, hab ich einen Ventilator daneben gestellt, da ja noch die Motorverblechung fehlte. Leerlauf- und Gemischeinstellung funktionierten auch tadellos. Nur der Zündzeitpunkt ist mir noch etwas früh. Die Platte ist schon am Anschlag und ich erreiche nicht den SP-Punkt (Kontrolle mit Stroboskoplampe). Ich hätte wohl doch einen neuen Unterbrecherkontakt einbauen sollen. Das hatte ich mir gespart, da der alte von den Kontaktflächen sehr gut aussah. Aber wahrscheinlich ist das Pertinax-Stück, welches auf dem Nocken läuft, abgenutzt.

 02.05. Heute kam die erwartete Fertan-Lieferung. Sogleich wurden behandelt: Tank, außen und innen, Auspuff dito, Schutzbleche und Gabelstandrohre. Das Sitzbankblech war extrem verrostet. Wahrscheinlich ist durch die Nähte des Bezugs ständig Wasser eingedrungen. Der Schaumstoffkern ist reif für die Tonne. 
 05.05.

Die Lieferungen sind da (vom Club und vom Lackhändler):

Sitzbank-Schaumstoff und Hagon-Federbein sowie ein Karton mit Lack, Füller usw.  Inzwischen liegen die Investitionen für die Restaurierung bei ca. 300 €. Glück hierbei ist gewesen, dass der Roller wahrscheinlich noch nicht viel gelaufen hatte. Originalkolben und Zylinder waren noch montiert und konnten wieder verwendet werden.

Zum Einbau des Federbeins wurden 4 V2A-Unterlegscheiben mitgeliefert. Leider passten die nicht so richtig. Mit einer Scheibe pro Auge war zu viel Spiel vorhanden, 2 Scheiben passten nicht. Also mussten mühevoll zwei Unterlegscheiben auf die Hälfte der Stärke abgefeilt werden.

 06.05.

Besuch bei Gundolf. Einige Fehlteile sowie neue Schläuche, Batteriesäure und einen Auslasskrümmer (der alte hatte eine Riss am oberen Auge) hat Gundolf für mich. Von ihm bekomme ich auch zwei entscheidende Hinweise, was ich bisher falsch montiert habe:

Der Winkel, in dem die Rückholfeder  des Kupplungshebels hängt, wird 45 Grad nach links verdreht montiert.

Dei hinteren Motorlager werden beim A2 beide von oben montiert, da der Rahmen in diesem Bereich schon verändert wurde, und die Aufnahmen der Lager in unterschiedlicher Höhe montiert sind. Hier scheinen sich auch das Benutzerhandbuch und die Hinweise auf der Kress-Homepage zu irren

 07.05.

Großkampftag: 

Die falsch montierten Teile und der Auslasskrümmer wurden montiert. Gabel, Tank, vorderes Schutzblech, Sitzbankblech werden lackiert. Die Gabel wird zusammengebaut und mit Öl befüllt. Vordere Radnabe wird gereinigt und überholt und mit neuen Simmerringen versehen.Die Gabel wird montiert. Alle der insges. 66 Kugeln wurden mit Fett in die Lagerschalen gepappt. Neuer Unterbrecherkontakt wird montiert. Nach Einstellung des Schließwinkels passt jetzt auch der Zündzeitpunkt. Die Unterbrecherplatte ist jedoch am Anschlag der Schraubenlanglöcher.  Irgendwann werde ich da wohl auch mal feilen müssen...

Der Auspuff wird mit 94%iger Zinkfarbe behandelt. Die soll auch ohne Einbrennen hitzebeständig sein, was es noch zu beweisen gibt.

Um 18.30 Uhr ist Feierabend, es wird gegrillt.

 09.05. Heute sind die Blechteile und die Felgen dran. Alles wird mit der Drahtbürste oder der Flex grob entrostet und dann mit Fertan eingepinselt.. Dann widme ich mich der Blechnase und dem Beinschild. Die Nase wurde mal unfachmännisch ausgebeult, im wahrsten Sinne des Wortes.Klick Was vorher Dellen waren, sind jetzt Beulen...Das Richten und die Anpassung ans Beinschild nimmt fast zwei Stunden in Anspruch.Klick  Das hintere Schutzblech hat diverse Vibrationsrisse und muss erst einmal geschweißt werden. 
 11.05.

Die Motorbleche und das hintere Schutzblech werden an einigen Stellen geschweißt.  Auch werden die Löcher der ehemals montierten Sturzbügel am Beinschild durch Schweißpunkt verschlossen.

Das alten Lenkradschloss wird ausgebohrt. Das neue, welches ich von Gundolf bekommen habe, passte einwandfrei. Allerdings blieb es in der abgeschlossenen Stellung nicht hinten und rutschte immer wieder nach vorn. Abhilfe hierfür: Eine kleine Schraube ungefähr mittig soll in eine entsprechend Kerbe in der Schlossaufnahme des Rahmens einrasten. Diese Schraube im Schloss kann etwas herausgedreht werden, bis sie schließlich einrastet. Nur die Feder die den Schließzylinder leicht nach vorn drücken soll, kann nicht verwendet werden, da sie zu lang ist. Die ist aber auch nicht notwendig.

 12.05.

Heute Morgen hab ich bei der zuständigen Zulassungsstelle angerufen, da ich für den Roller keinerlei Papiere besitze. Die Dame erklärte mir, ich müsse mit Kaufvertrag, Perso und Geld dort erscheinen, dann würde eine neue Zulassungsbescheinigung nach Aufgebot erstellt.

Nach Feierabend dann: Alle geschweißten Teile werden mit der Flex grob geglättet. Dann werden die geflickten Motorbleche innen und außen vom Rost und Dreck per Flex und Dremel befreit. Ist eine Sauarbeit mit erheblicher Staubfreisetzung.

Der Hauptständer wird lackiert und dann montiert. Meines Erachtens steht der zu weit nach vorn, so dass der Roller wahrscheinlich mit dem Vorderrad aufliegen wird. Dann muss ich da noch einmal bei und durch Auftragschweißung den Weg verkürzen.

 13.05.

Heute auf dem Verkehrsamt. Nachdem ich 10 Minuten in der Schlange gestanden hatte, legte ich dem Herrn meine mitgebrachten Papiere, bestehend aus Kaufvertrag, Personalausweis und Kopie eines alten Kfz-Briefes eines bauglleichen Modells, vor.  Als ich mein Anliegen mit dem Hinweis, der Roller sei nicht im Bestand des KBA verzeichnet, vortrug, gab er mir folgende Auskunft:

Wenn im KBA nicht mehr gelistet, braucht der alte Brief nicht aufgeboten werden, da die Nummer ja nicht bekannt ist. Ich möge den Heinkel fertigt restaurieren, dann zum TÜV fahren, dort eine sogen. § 21-Abnahme durchführen lassen. Mit diesem Untersuchungsbericht und dem Kaufvertrag bekäme ich bei der Zulassung automatisch neue Papiere...

Zum Thema Hauptständer: Ich habe mir heute die ersten Bilder, die kurz nach der Anlieferung bei mir eintstanden sind nochmals angeschaut. Ich meine erkennen zu können, das das Vorderrad kaum vom Boden entfernt ist.  

 14.05.

Heute wird der Hauptständer demontiert und an den Anschlägen wird etwa 8 mm aufgeschweißt Klick Nach einiger Feilerei und nochmaligem Anpassen steht der Roller viel besser.

Die Motorverblechung und der Auspuff werden montiert. Testhalber hatte ich den Lenker schon mal in der neuen Farbe "elfenbein" lackiert Klick Ist ganz brauchbar geworden.

 15.05.

Jetzt sollen die Tanks von innen mit Tapox beschichtet werden. Unbedingt erforderlich soll es sein, nach dem 1-stündigen Antrocknen der Masse, den Tank über eine Öffnung mit max. 0,5 bar Druck beständig Luft zuzuführen, damit die Lösungsmittel verdunsten können. Hierfür benutze ich einen alten Pabst-Lüftermotor und einen Fahrradschlauch. Klick

Nachmittags wird poliert. Die Handgriffe und der Deckel des hinteren Kettenritzels Klick Freihand graviere ich noch das Heinkel-Emblem ein. Töchterchen schaut ganz bedenklich...Klick Zum Abschlusss feile ich noch die Ölschraube des Deckels auf Schlüsselweite 16, da sie durch nicht passende Schlüssel ganz vergnietscht war. Zum Schluss wird noch Öl eingefüllt.

 16.05. Heute versuche ich den Luftfilter einzubauen. Doch bei der Halterung, die ich hatte, war das komplette Gewinde vermurkst und außerdem passten die beiden Stifte nicht in die Bohrungen am Vergaser. Nach Abwägung, was mehr Arbeit machen würde, Umbau alt oder Neuanfertigung, entschließe ich mich für eine Neuanfertigung Klick 
 17.05.

Die Kabelbäume werden sortiert, zugeordnet und geprüft. Sie sind in einem sehr guten Zustand ohne Stromdiebe oder Flickstellen.

Aus Rohlingen schleife ich die vorderen Stoßstangenhälften. Eine stundenlange Sauarbeit. Im Nachhinhein hätte ich mich für die fertigen Stoßstangen vom Club oder Kress entscheiden sollen.... 

 18.05.

Beide Tanks erhalten die zweite Schicht von Tapox. Ist zwar nicht unbedingt notwendig, aber es gibt Sicherheit.

Ab jetzt heißt es nur noch Spachteln, Schleifen, Spachteln, Schleifen.....Fronthaube, Kofferkasten und Lampenring sind mehr oder weniger mit Dellen übersäht. Sogar das Beinschild hat eine Delle im Bereich der Löcher für die Sturzbügel. Die Dinger (Sturzbügel) machen auch mehr kaputt als sie nützen...

Der Kofferkasten und die Vergaserklappen wurden nach Grundierung von innen lackiert. Auch der Tank wurde mit vorgefundenen Farbresten in weiß lackiert.  

 19.05. Heute kam die zweite Farblieferung von Profiautolacke. Farbe, Grundierung, Füller und Spachtel haben bisher ca. 150 € gekostet.  
 20.05.

Die Felgen mit neuen Reifen kommen gerade vom Reifenhändler. Er hat sie aufgezogen, ohne den Lack der Felgen zu zerkratzen.

Am kommenden Wochenende soll das Gartenhaus zur Lackierkabine umgebaut werden.

 21.05. Schleifen, Spachteln ..... Grillen. Frauchen hatte mir im Gartenhaus Platz zum Lackieren geschaffen.
 22.05.

Abwechslung: Ein Bekannter kommt mit seinem Roller auf einem Trailer zwecks Fehlersuche. Der Roller war auf einer Tour ausgegangen und nicht wieder angesprungen. Schief sitzenden Pallas-Vergaser demontiert, zerlegt, gereinigt, Schließwinkel auf korrektes Maß eingestellt, Zündzeitpunkt überprüft...Roller läuft wieder.

Danach wieder: Spachteln, Schleifen..... Der Kofferkasten wurde mittels Flex und Topfbürste vom alten Lack  befreit. Zum Glück hat der nur wenige Dellen. Die Fronthaube macht mich fertig. Durch das unsachgemäße Ausbeulen ist die originale Form sehr schwer wieder herzustellen. 

Lenker, Kofferkasten innen und Vergaserklappe haben schon die neue Farbe "elfenbein" RAL 1014. Leider erkennt man nun auch Dellen, die vorher nicht aufgefallen waren. Die vordere Haube ist auch nicht so gut geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte.

 23.05.

Nachdem der Spritzspachtel geschliffen ist, wird lackiert. Haube, Kofferkasten und Beinschild. Zur Trocknung verbleiben alle Teile im Gartenhaus, da sich dank Sonne dort die Temperatur gern auf über 40° erhöht.

Die Zierleisten vom Kofferkasten sind arg zerkratzt und verbogen. Ich schleife die dünne Chromschicht herunter, beule aus und poliere die Leisten anschließend.

Die Stoßstangenhälften werden fertig gestellt. Eine Hälfte hat leider einen Gußfehler, allerdings an der Unterseite, so sieht man es nicht gleich... 

 25.05. Heute wird das Beinschild montiert. Alle Kabel werden grob verlegt. Der Sicherungskasten ist arg vergammelt und wird restauriert. Leider kann das Zündschloss nicht eingebaut werden, da eine Blechnase für die Befestigung fehlt. Gundolf will Ersatz schicken.  
26.05.

Von allen Kabeln werden die oxodierten Enden abgeschnitten. Dann wird abisoliert und neu verzinnt. Es beginnt die Verdrahtung. Der Kabelbaum zwischen Zündschloss und Sicherungskasten ist nicht auffindbar, war aber vermutlich bei Anlieferung des Rollers auch nicht dabei. Die wenigen Kabel werden neu gezogen.

Bowdenzüge, Schaltgriff und Gasgriff werden montiert. Schließlich wird noch der Tacho angeschlossen und eingesetzt. Allmählich nimmt der Roller Gestalt an... Klick

Heute ist der 32. Tag nach Restaurierungsbeginn. Kommt mir viel länger vor. Mit Glück schaffe ich es, den Roller bis zum Beginn der 23. Woche fertig zu haben.

Der Tank wird mit Benzinhahn, Filter und neuem Sprit versehen.

Zum Schluss werden die Akkus noch geladen. Klick

 28./

29.05.

Der frisch lackierte Lampentopf soll montiert werden. Hierzu muss ein Plastikring zwischen Haube und Lampentopf eingeklemmt werden. Das Altteil das ich liegen hatte, war hart und verkürzt. Angewärmt konnte der Ring gedehnt werden. Bei dem anschließenden Montageversuch schrumpfte der Ring beim Abkühlen und schnitt sich in den frischen Lack des Lampentopfes. Mein Fluchen und das Herumwerfen von Gegenständen rief meinen Nachbarn auf den Plan, mal nach dem Rechten zu schauen. Schön, dass ich auch den letzten Rest der Farbe RAL 1014 "elfenbein" vorher schon verbraucht hatte...

Nach diesem Frust kommt Arbeit für Grobmontoriker: Flex und Topfbürste säubern das Trittbrett. Klick.

Am nächsten Tag werden die Embleme der Fronthaube sowie der vordere Gepäckträger montiert. Auch die "geschnitzte" Stoßstange findet ihren Platz. Die seitlich langen Zierleisten werden mit schnell rostenden Blechstreifen am Kofferkasten gehalten. Aus verzinktem Blech wurden 8 neue Halterungen geschnitten.

Jetzt kam der Elektrik-Check: Alle Kabel angeschlossen und Roller gestartet: Wider Erwarten funtioniert, bis auf die defekte Tachobeleuchtung, alles. Nur die Blinker blinken jeweils falsch herum, also werden am Blinkschalter die Kabel kurz getauscht.

Schaltung, Bremsen und Kupplung werden eingestellt. Die Schaltungseinstellung erfordert viel Fingerspitzengefühl und ist mir auch noch nicht optimal gelungen. Näheres dann beim ersten Fahrversuch am kommenden Wochenende.

Abends durfte der Roller dann zum ersten Mal den OP-Tisch (in Form eines Rollbrettes) verlassen. Und siehe da: Der Hauptständer steht trotz Aufschweißen immer noch zu flach. Das Vorderrad ist knapp einen Zentimeter vom Boden entfernt....

So sieht der Roller inzwischen aus. Klick 

 30.05.

Heute hab ich die hoffentlich letzte Bestellung zum Club geschickt, außerdem noch zwei Dosen Lack für den Lampentopf.

Termin für eine § 21 Untersuchung (Vollabnahme) beim TÜV Itzehoe ist am 07.06. 

Rückspiegel, vordere Blinker und Gummipuffer für die Vergaserklappe werden montiert. Dann sollte die Schaltung noch einmal eingestellt werden, da am Vortag beim Herunterschalten die Gänge nicht exakt einrasteten. Doch leider waren die Akkus leer, da ich den Zündschlüssel stecken gelassen hatte und in Stellung 1 das Rücklicht die ganze Nacht gebrannt hatte... Mit Überbrückungskabel sprang der Roller auch gleich an.

 01.06. Heute kommt das Ersatz-Zündschloss und wird eingebaut. Anschließend gehts an die erstmalige Montage der vorderen Haube mit neuen Kedern. (siehe auch Tips) Da das Lampengehäuse noch einmal neu lackiert werden muss und ich dafür nicht die Fronthaube abbauen will, habe ich die Schrauben für die Befestigung des Lampentopfes einfach von hinten in die Haube mit Stabilit Express eingeklebt. Jetzt kann ich den Lampentopf von vorn einsetzen.

So, erstmalig erblickt er in restauriertem Zustand das Licht der Welt Klick
 03.06. Erste Tour mit Kurzeitkennzeichen verlief erfolgreich. Nach 100 km Zylinderkopfschrauben nachgezogen, 2 waren relativ locker. Ventile und Zündung erneut eingestellt. 
04.06.

Erste längere Tour zu Gundolf (rund 100 km). Alles problemlos. Gundolfs Frau empfängt mich mit den Worten: "Du bist ja doch nicht liegen geblieben..."

Leistung des Motors ist zufriedenstellend. Bei der Rückfahrt erreicht er spielend 100 km/h bei 3/4 Gas.

Am 07.06. ist die Vollabnahme beim TÜV. Somit wäre diese Restaurierung abgeschlossen.

06.06.

Fazit:

Was würde ich anders machen:

1. Nie wieder mit Spraydosen selbst lackieren. Der Lack braucht Wochen um durchzutrocknen.

2. Nie wieder verunfallte Blechteile versuchen zu richten. Wird nie so, wie man es sich wünscht.

Alles andere hat gut geklappt. Na, dann wird mit dem 102er weiter gemacht.

07.06.

TÜV-Termin in Itzehoe. Der Prüfer begrüßt mich mit den Worten: "So einen hab ich auch, aber den 103A0. Hat der hier auch so eine hakelige Schaltung?" Dann folgen Vergleich der Fahrgestellnummer, Lichttest, Lenkradschlossprüfung und eine kurze Runde auf dem Hof. Dauer 5 Minuten, Preis 73 €.

Zulassung und Kennzeichen verschlingen dann nochmals rund 65 €.

Was ist noch zu tun? Unverbeulten Lampentopf und guten Scheinwerfer suchen, Ölwechsel (500 km sind absolviert), Zylinderkopfschrauben und Lenkkopflager nachziehen, Kennzeichen montieren

08.06.2011

Ende dieses Restaurations-Tagebuchs........  Die Erlebnisse mit diesem Roller werde ich auf dieser Seite beschreiben.

Auf dieser Seite werden noch Veränderungen oder Verbesserungen des Rollers beschreiben, denn wirklich fertig ist man ja nie...

14.06.

Einiges werde ich im Laufe des Betriebs noch ändern:

  • Zusätzliche Abstandsgummies unter die Sitzbank, derzeit liegt die Bank mittig auf dem Blech auf.
  • Lampenring und-Topf ändern
  • Ersatzrad suchen
  • Gepäckträger aus VA-Rohr bauen
  • und irgendwann mal: 200 ccm-Zylinder und Kolben sowie 22er-Vergaser für mehr Leistung.........

 

 

 


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